TIF 22: In Würde sterben – zur Problematik eines populär gewordenen Ideals (inkl. Buch «Gutes Leben – gutes Sterben»)

TiF22
CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Men­schen ster­ben. Das ge­hört zum Le­ben. Da­rin sind sich die Men­schen al­ler Zei­ten und Kul­tu­ren gleich. Die einen ster­ben frü­her, die an­dern spä­ter. Die einen ster­ben rasch, die an­dern in einem sich län­ger hin­zie­hen­den Pro­zess. Die einen ster­ben einen so­ge­nann­ten na­tür­li­chen Tod, wäh­rend an­de­re Op­fer eines Un­falls oder eines Krie­ges wer­den. Da­ran hat sich nicht viel ge­än­dert. Da­ne­ben gibt es aber Fak­to­ren, die das Ster­ben in un­se­rer heu­ti­gen west­li­chen Ge­sell­schaft be­son­ders prä­gen und un­se­ren Um­gang mit dem Ster­ben, un­ser Emp­fin­den ihm ge­gen­über an­ders sein las­sen als in frü­he­ren Zei­ten.

Drei Fak­to­ren fal­len be­son­ders ins Ge­wicht. Ers­tens: Men­schen ster­ben heu­te häu­fig als Hoch­be­tag­te. In der Stadt Zü­rich z. B. liegt das Le­ben­sal­ter, in dem die gröss­te Zahl von Men­schen stirbt, bei 86 Jah­ren! Die Er­run­gen­schaf­ten der Me­di­zin ha­ben das Phä­no­men der Lang­le­big­keit er­mög­licht. Da­mit ein­her geht al­ler­dings, dass vie­le Men­schen erst nach einem (im Ver­gleich zu frü­her) lan­gen Pro­zess des Krank­seins und der Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ster­ben und vor­her viel­leicht noch eini­ge Zeit mit fort­schrei­ten­der De­menz­er­kran­kung in einem Pfle­ge­heim ver­brin­gen. Zwei­tens: Ster­ben ist stark me­di­zi­na­li­siert wor­den. Frü­her hat­te der Arzt kei­ne so zent­ra­le Funk­tion im Pro­zess des Ster­bens. Heu­te hin­ge­gen spielt er – zu­sam­men mit dem Pfle­ge­per­so­nal – oft die ent­schei­den­de Rol­le. Ster­ben wird in ho­hem Mas­se von me­di­zi­ni­schen Ge­sichts­punk­ten do­mi­niert, zu­mal es der (In­ten­siv-)­Me­di­zin mög­lich ist, den Zeit­punkt des To­des im­mer mehr hin­aus zu schie­ben. Drit­tens: Die Mehr­heit der Men­schen stirbt heu­te nicht mehr zu Hause in ihrem all­täg­li­chen so­zia­len Le­bens­um­feld, son­dern in Spi­tä­lern und Hei­men. Man kann von einer In­sti­tu­tio­na­li­sie­rung des Ster­bens spre­chen.

Zwar wol­len heu­te die meis­ten Men­schen mög­lichst lan­ge le­ben. Trotz­dem fürch­ten sich vie­le da­vor, ein­mal in einem Spi­tal zum Ob­jekt nutz­lo­ser Le­bens- und Lei­dens­ver­län­ge­rung ge­macht und so einer tech­ni­schen Ent­wür­di­gung beim Ster­ben aus­ge­setzt zu wer­den. Die Vor­stel­lung einer Ent­wür­di­gung beim Ster­ben dürf­te für vie­le schlim­mer sein als der Ge­dan­ke an das Ster­ben selbst. Auf dem Hin­ter­grund der ge­nann­ten Rah­men­be­din­gun­gen heu­ti­gen Ster­bens und der da­mit ver­bun­de­nen Ängs­te er­hebt sich seit eini­ger Zeit die For­de­rung nach einem «wür­de­vol­len Sterben», nach einem «Ster­ben in Wür­de». Da­ran knüpft die Dis­kus­sion über Ster­be­hil­fe an, die in neus­ter Zeit auf ein brei­tes Echo stösst.

Ein Exemplar des Buches «Gutes Leben – gutes Sterben» von Denise Battaglia und Ruth Baumann-Hölzle (Hrsg.) im Wert von CHF 34.– ist gratis inbegriffen.

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Kurse und Events

Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen 2019

«Von der Information zum Dialog – mehr­di­men­si­o­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on in Spital und Heim»

Donners­tag, 28. No­vem­ber 2019
13.30 bis 17.00 Uhr (mit Apéro)
Kinder­spital Zürich

Das Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen am Kinder­spital Zürich zu «20 Jahre Dialog Ethik» be­schäftigt sich mit den ver­schie­de­nen Fa­cet­ten des Ver­hält­nis­ses von In­for­ma­ti­on und Dialog in Spital und Heim.

Das Ethik-Foren-Treffen rich­tet sich an alle in Or­ga­ni­sa­ti­o­nen des Ge­sund­heits­we­sens tä­ti­gen Fach­per­so­nen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen fin­den Sie auf dieser Seite und diesem Flyer.

Anmeldung
Bitte sen­den Sie eine E-Mail an info@dialog-ethik.ch.

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Thema im Fokus

  • Wegen des Vor­schlags der eid­ge­nös­si­schen Volks­ini­ti­a­ti­ve «Or­gan­spen­de för­dern – Le­ben ret­ten» der Jeu­ne Chamb­re In­ter­na­ti­o­nale (JCI) für eine Ge­set­zes­än­de­rung ist die De­bat­te um die ge­setz­li­chen Richt­li­ni­en der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin, ge­nau­er der Or­gan­spen­de, wie­der ak­tu­ell. Ge­mäss der Ini­ti­a­ti­ve wür­den al­le Er­wach­se­nen, die die me­di­zi­ni­schen Kri­te­ri­en er­fül­len, zu Or­gan­spen­dern, wenn sie dem nicht zu Leb­zei­ten wi­der­spro­chen ha­ben.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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Varia

Samstagsseminar 2019

«Mitten­drin, nicht nur dabei» (Theo­logisch-philo­sophische Über­legungen zu Würde und Empathie in Medizin und Pflege)

In wel­chem Ver­hält­nis ste­hen Men­schen­wür­de und Em­pa­thie? Und kann es sein, dass Wür­de nicht nur ein ethisch-phi­lo­so­phisch be­grün­de­tes Men­schen­recht ist, son­dern ein neu­ro­bio­lo­gisch ver­an­ker­ter in­ne­rer Kom­pass, der uns in die La­ge ver­setzt, uns als so­zi­a­le We­sen wahr­zu­neh­men, die durch Em­pa­thie und Mit­ge­fühl mit an­de­ren Ge­schöp­fen ver­bun­den sind?

Die­se und wei­tere Fra­gen wer­den an fünf Sams­ta­gen be­han­delt:

  • 26. Oktober 2019
  • 9., 23. und 30. November 2019
  • 14. Dezember 2019

Die­ses Se­mi­nar wird von Dr. theol. Claudia Mehl ge­lei­tet. Es ist für alle In­te­res­si­er­ten of­fen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen und das An­mel­de­for­mu­lar fin­den Sie hier und auf dem Se­mi­nar­flyer.

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