TIF 123: Urteilsfähigkeit

Titel
CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Ausgabe 123 – Oktober 2015

Wenn vor Gericht ein Urteil gefällt wird, so vereint dieser Akt die vielen Intuitionen, die mit dem Begriff der Urteilsfähigkeit verbunden sind: Da ist zum einen der Richter, der unter Abwägung aller Gründe und Sachverhalte eine Entscheidung fällt. Dies ist die Intuition der Vernunft, die mit Urteilsfähigkeit verbunden ist – ein rationales Vermögen, das sich auf komplexe intellektuelle Fähigkeiten stützt. Dann geht es um das Urteil selbst – also meist um einen Entscheid von Tragweite für alle Betroffenen. Dies ist die Intuition der Relevanz, denn Urteilsfähigkeit kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn Wichtiges entschieden wird, was das Leben von Menschen prägen kann. Drittens schliesslich gibt es einen Verurteilten, dem durch das Urteil ein Teil seiner Freiheit genommen wird. Dies kann die Intuition der Empörung wecken; das Gefühl, man werde nicht ernst genommen in seiner Freiheit. Es kann aber auch zur Intuition der Einsicht führen, wenn man erkennt, dass mit dem richterlichen Spruch der richtige Weg gefunden wurde, auch wenn dies eine Einschränkung für den Betroffenen bedeutet.

So gesehen ist es kein Zufall, dass dieses Bild der Rechtsprechung gewählt wird, um den juristischen Begriff der Urteilsfähigkeit zu umreissen. Doch natürlich kommt diese Fähigkeit nicht nur vor Gericht zum Zuge. Gerade im medizinisch-pflegerischen Alltag stellen sich oft Fragen der Urteilsfähigkeit – etwa wenn Meinungen aufeinanderprallen und Menschen involviert sind, die aus unterschiedlichen Gründen in ihrem Urteilsvermögen beeinträchtigt sind. Die Frage nach der Urteilsfähigkeit kann dann besonders heikel werden, denn sie rüttelt am Vertrauen zwischen den Betroffenen, die sich gegenseitig als mündige Menschen sehen wollen. So möchten wir in dieser Ausgabe des Thema im Fokus diesem Begriff und den damit aufgeworfenen Spannungsfeldern auf den Grund gehen. Das mag Ihre Urteilsfähigkeit sowohl stärken wie auch erschüttern – und das ist vielleicht gar nicht so schlecht.

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  • Das Corona­virus/COVID-19 stellt in erster Linie das Ge­sund­heits­wesen vor im­men­se He­raus­for­de­run­gen. Das Ver­trauen in die Me­di­zin, in die For­schung, in das Ge­sund­heits­wesen ist gross. Prof. Dr. Mat­thias Mit­ter­lech­ner von der Uni­ver­si­tät St. Gallen sagt in einem In­ter­view, das Schwei­zer Ge­sund­heits­wesen zähle welt­weit zu den bes­ten. Gleich­zei­tig ste­he es aber auch vor einem Um­bruch. Die Ge­sund­heits­land­schaft der Zu­kunft müs­se der so­zio­demo­gra­fi­schen Ent­wick­lung der Be­völ­ke­rung und den da­mit ver­bun­de­nen Krank­heits­bil­dern ge­recht wer­den.

    Wie das aus­se­hen kann, zeigt ein Blick in die Ferien- und Ge­sund­heits­re­gion Un­ter­en­ga­din. Dort ar­bei­ten seit 13 Jah­ren wich­ti­ge Part­ner im Ge­sund­heits­we­sen unter dem Dach des «Ge­sund­heits­zen­trums Unterengadin» er­folg­reich zu­sam­men. Ein Mo­dell mit Vor­bild­cha­rak­ter.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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