TIF 123: Urteilsfähigkeit

Titel
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Beschreibung

Wenn vor Gericht ein Urteil gefällt wird, so vereint dieser Akt die vielen Intuitionen, die mit dem Begriff der Urteilsfähigkeit verbunden sind: Da ist zum einen der Richter, der unter Abwägung aller Gründe und Sachverhalte eine Entscheidung fällt. Dies ist die Intuition der Vernunft, die mit Urteilsfähigkeit verbunden ist – ein rationales Vermögen, das sich auf komplexe intellektuelle Fähigkeiten stützt. Dann geht es um das Urteil selbst – also meist um einen Entscheid von Tragweite für alle Betroffenen. Dies ist die Intuition der Relevanz, denn Urteilsfähigkeit kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn Wichtiges entschieden wird, was das Leben von Menschen prägen kann. Drittens schliesslich gibt es einen Verurteilten, dem durch das Urteil ein Teil seiner Freiheit genommen wird. Dies kann die Intuition der Empörung wecken; das Gefühl, man werde nicht ernst genommen in seiner Freiheit. Es kann aber auch zur Intuition der Einsicht führen, wenn man erkennt, dass mit dem richterlichen Spruch der richtige Weg gefunden wurde, auch wenn dies eine Einschränkung für den Betroffenen bedeutet.

So gesehen ist es kein Zufall, dass dieses Bild der Rechtsprechung gewählt wird, um den juristischen Begriff der Urteilsfähigkeit zu umreissen. Doch natürlich kommt diese Fähigkeit nicht nur vor Gericht zum Zuge. Gerade im medizinisch-pflegerischen Alltag stellen sich oft Fragen der Urteilsfähigkeit – etwa wenn Meinungen aufeinanderprallen und Menschen involviert sind, die aus unterschiedlichen Gründen in ihrem Urteilsvermögen beeinträchtigt sind. Die Frage nach der Urteilsfähigkeit kann dann besonders heikel werden, denn sie rüttelt am Vertrauen zwischen den Betroffenen, die sich gegenseitig als mündige Menschen sehen wollen. So möchten wir in dieser Ausgabe des Thema im Fokus diesem Begriff und den damit aufgeworfenen Spannungsfeldern auf den Grund gehen. Das mag Ihre Urteilsfähigkeit sowohl stärken wie auch erschüttern – und das ist vielleicht gar nicht so schlecht.

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Kurse und Events

Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen 2019

«Von der Information zum Dialog – mehr­di­men­si­o­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on in Spital und Heim»

Donners­tag, 28. No­vem­ber 2019
13.30 bis 17.00 Uhr (mit Apéro)
Kinder­spital Zürich

Das Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen am Kinder­spital Zürich zu «20 Jahre Dialog Ethik» be­schäftigt sich mit den ver­schie­de­nen Fa­cet­ten des Ver­hält­nis­ses von In­for­ma­ti­on und Dialog in Spital und Heim.

Das Ethik-Foren-Treffen rich­tet sich an alle in Or­ga­ni­sa­ti­o­nen des Ge­sund­heits­we­sens tä­ti­gen Fach­per­so­nen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen fin­den Sie auf dieser Seite und diesem Flyer.

Anmeldung
Bitte sen­den Sie eine E-Mail an info@dialog-ethik.ch.

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Thema im Fokus

  • Wegen des Vor­schlags der eid­ge­nös­si­schen Volks­ini­ti­a­ti­ve «Or­gan­spen­de för­dern – Le­ben ret­ten» der Jeu­ne Chamb­re In­ter­na­ti­o­nale (JCI) für eine Ge­set­zes­än­de­rung ist die De­bat­te um die ge­setz­li­chen Richt­li­ni­en der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin, ge­nau­er der Or­gan­spen­de, wie­der ak­tu­ell. Ge­mäss der Ini­ti­a­ti­ve wür­den al­le Er­wach­se­nen, die die me­di­zi­ni­schen Kri­te­ri­en er­fül­len, zu Or­gan­spen­dern, wenn sie dem nicht zu Leb­zei­ten wi­der­spro­chen ha­ben.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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Varia

Samstagsseminar 2019

«Mitten­drin, nicht nur dabei» (Theo­logisch-philo­sophische Über­legungen zu Würde und Empathie in Medizin und Pflege)

In wel­chem Ver­hält­nis ste­hen Men­schen­wür­de und Em­pa­thie? Und kann es sein, dass Wür­de nicht nur ein ethisch-phi­lo­so­phisch be­grün­de­tes Men­schen­recht ist, son­dern ein neu­ro­bio­lo­gisch ver­an­ker­ter in­ne­rer Kom­pass, der uns in die La­ge ver­setzt, uns als so­zi­a­le We­sen wahr­zu­neh­men, die durch Em­pa­thie und Mit­ge­fühl mit an­de­ren Ge­schöp­fen ver­bun­den sind?

Die­se und wei­tere Fra­gen wer­den an fünf Sams­ta­gen be­han­delt:

  • 26. Oktober 2019
  • 9., 23. und 30. November 2019
  • 14. Dezember 2019

Die­ses Se­mi­nar wird von Dr. theol. Claudia Mehl ge­lei­tet. Es ist für alle In­te­res­si­er­ten of­fen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen und das An­mel­de­for­mu­lar fin­den Sie hier und auf dem Se­mi­nar­flyer.

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