TIF 119: «Going to Switzerland» (Hilfe zur Selbsttötung in der Schweiz)

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CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Die Auseinandersetzung mit der Suizidbeihilfe für diese Ausgabe des Thema im Fokus hat uns tief betroffen gemacht: Wer mit Ärzten spricht oder mit Angehörigen, die einen Menschen durch eine assistierte Selbsttötung verloren haben, wer mit Theologen spricht, die diese Angehörige zu trösten versuchen, wer Befragungen studiert und merkt, dass viele Menschen sich bei einer Suizidhilfeorganisation anmelden, weil sie nicht von anderen Menschen abhängig werden möchten, und wer Videos sieht, in denen sich Menschen bei der Selbsttötung mit Natrium-Pentobarbital filmen liessen, ist erschüttert.

Die Suizidbeihilfe polarisiert stark: Die Befürworter einer erleichterten Suizidbeihilfe (zum Beispiel die Ausweitung auf alten Menschen, die keine lebensbedrohende Krankheit haben) argumentieren mit «würdevollem Sterben» und mit «Selbstbestimmung». Die Frage ist, worin denn die Autonomie eines von Ängsten geplagten, an einer Depression leidenden oder sich unendlich allein fühlenden Menschen genau besteht. Die Frage ist, ob die grosse Zustimmung der Bevölkerung zur Suizidbeihilfe nicht auch gesellschaftliche Gründe hat. Und die Frage ist, ob die Zunahme der Suizidbeihilfe und die Propaganda dafür nicht das gesellschaftliche Klima so verändern, dass man gesamtgesellschaftlich zwischen «lebenswertem» und «nicht lebenswertem» Leben zu unterscheiden beginnt.

Im US-Bundesstaat Oregon jedenfalls, der schon 1994 die Suizidbeihilfe einführte, hat die Krankenkasse Krebskranken die Therapie aus Kostengründen verweigert, und angeboten, ihnen stattdessen die assistierte Selbsttötung zu bezahlen.

Die öffentliche Diskussion über Lebenssituationen, in denen Selbsttötung angemessen sei, setzt auch in der Schweiz Menschen in solchen Situation bereits heute subtil unter Druck. Die Frage, ob ihr Leben sinnvoll sei, wird ihnen von der Gesellschaft aufgedrängt. Die derzeitige Praxis der Suizidbeihilfe wirft grundrechtliche Fragen auf. Es braucht dringend eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über «uneigennützige» Suizidbeihilfe, über die organisierte Hilfe zur Selbsttötung, und über Suizidhelfer in einem demokratisch verbrieften Rechtsstaat.

Diese Ausgabe soll zum kritischen Nachdenken über die assistierte Selbsttötung anregen. Selbsttötung darf aus unserer Sicht weder banalisiert noch heroisiert und schon gar nicht kommerzialisiert werden. Das Häutchen der Humanität ist dünn. Solidarität ist ein immer wieder neu zu erringendes und zu schützendes Gut einer Zivilgesellschaft.
Ruth Baumann-Hölzle, Institutsleiterin

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Aktuell

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Kurse und Events

Trendtage Gesundheit Luzern

Trendtage Gesundheit Luzern 2020:

«Gesundheitsversorgung neu denken: Tanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit»

Mittwoch, 25. März 2020, 13.00 bis 18.30 Uhr 
und
Donnerstag, 26. März 2020, 9.00 bis 16.00 Uhr
(Breakfast-Session ab 7.30 Uhr, Frühstücks­buffet ab 7.00 Uhr)

Wie kann der Trend zur Öko­no­mi­sie­rung für Pa­ti­en­ten, Leis­tungs­er­brin­ger, Fi­nan­zie­rer und In­dus­trie und wei­tere Ak­teu­re ge­recht ge­steu­ert wer­den? Wie kann man die Ver­ant­wor­tung auf ver­schie­de­ne Schul­tern sinn­voll ver­tei­len?

Diese und wei­te­re Fra­gen ste­hen an den «Trend­ta­gen Ge­sund­heit 2020» im Zen­trum.

Prof. Dr. med. Bern­hard Eg­ger, Mit­glied der Eid-Kom­mis­sion, wird am 26. März 2020 um 9.30 Uhr zum The­ma «STOPP: Ge­sund­heits­ver­sor­gung auf dem ge­fähr­li­chen Weg in die In­dus­tri­a­li­sie­rung und Kom­mer­zi­a­li­sie­rung» re­fe­ri­eren.

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Thema im Fokus

  • Die Di­gi­ta­li­sie­rung hat für Spi­tä­ler vie­le Vor­tei­le, weil mo­der­ne Kli­nik­in­for­ma­ti­ons­sys­teme eine ex­zel­len­te Ver­net­zung und Do­ku­men­ta­ti­on me­di­zi­ni­scher Da­ten er­mög­li­chen. Zu­gleich be­steht die Ge­fahr, dass Ärz­te und Pfle­gen­de vor lau­ter Da­ten den Pa­ti­en­ten / die Pa­ti­en­tin aus dem Fo­kus ver­lie­ren. Mit die­sen Fra­gen setzt sich die vor­lie­gen­de Ju­bi­läums­aus­ga­be des Ma­ga­zins «Thema im Fokus» aus­ei­nan­der.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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Varia

beratung

Gruppenberatung zu Patientenverfügung und Vorsorgedokumenten (Termin I)

Dienstag, 24. März 2020
14.00 bis 16.30 Uhr
Stiftung Dialog Ethik
Schaffhauserstrasse 418
8050 Zürich

In un­se­rer Grup­pen­be­ra­tung mit ma­xi­mal 12 Teil­neh­men­den ver­mit­telt lic. phil. Pat­ri­zia Kal­ber­mat­ten-Ca­sa­rotti Ba­sis­wis­sen über Pa­ti­en­ten­ver­fü­gun­gen und Vor­sor­ge­do­ku­men­te und un­ter­stützt Sie bei de­ren Er­stel­lung. In der Grup­pe er­hal­ten Sie auch An­re­gun­gen durch die An­lie­gen der an­de­ren Teil­neh­men­den.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Eine An­mel­dung ist ob­li­ga­to­risch. Bitte sen­den Sie eine E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder rufen Sie uns an (Tel. +41 44 252 42 01).

 

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