TIF 119: «Going to Switzerland» (Hilfe zur Selbsttötung in der Schweiz)

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CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Ausgabe 119 – Februar 2015

Die Auseinandersetzung mit der Suizidbeihilfe für diese Ausgabe des Thema im Fokus hat uns tief betroffen gemacht: Wer mit Ärzten spricht oder mit Angehörigen, die einen Menschen durch eine assistierte Selbsttötung verloren haben, wer mit Theologen spricht, die diese Angehörige zu trösten versuchen, wer Befragungen studiert und merkt, dass viele Menschen sich bei einer Suizidhilfeorganisation anmelden, weil sie nicht von anderen Menschen abhängig werden möchten, und wer Videos sieht, in denen sich Menschen bei der Selbsttötung mit Natrium-Pentobarbital filmen liessen, ist erschüttert.

Die Suizidbeihilfe polarisiert stark: Die Befürworter einer erleichterten Suizidbeihilfe (zum Beispiel die Ausweitung auf alten Menschen, die keine lebensbedrohende Krankheit haben) argumentieren mit «würdevollem Sterben» und mit «Selbstbestimmung». Die Frage ist, worin denn die Autonomie eines von Ängsten geplagten, an einer Depression leidenden oder sich unendlich allein fühlenden Menschen genau besteht. Die Frage ist, ob die grosse Zustimmung der Bevölkerung zur Suizidbeihilfe nicht auch gesellschaftliche Gründe hat. Und die Frage ist, ob die Zunahme der Suizidbeihilfe und die Propaganda dafür nicht das gesellschaftliche Klima so verändern, dass man gesamtgesellschaftlich zwischen «lebenswertem» und «nicht lebenswertem» Leben zu unterscheiden beginnt.

Im US-Bundesstaat Oregon jedenfalls, der schon 1994 die Suizidbeihilfe einführte, hat die Krankenkasse Krebskranken die Therapie aus Kostengründen verweigert, und angeboten, ihnen stattdessen die assistierte Selbsttötung zu bezahlen.

Die öffentliche Diskussion über Lebenssituationen, in denen Selbsttötung angemessen sei, setzt auch in der Schweiz Menschen in solchen Situation bereits heute subtil unter Druck. Die Frage, ob ihr Leben sinnvoll sei, wird ihnen von der Gesellschaft aufgedrängt. Die derzeitige Praxis der Suizidbeihilfe wirft grundrechtliche Fragen auf. Es braucht dringend eine gesamtgesellschaftliche Diskussion über «uneigennützige» Suizidbeihilfe, über die organisierte Hilfe zur Selbsttötung, und über Suizidhelfer in einem demokratisch verbrieften Rechtsstaat.

Diese Ausgabe soll zum kritischen Nachdenken über die assistierte Selbsttötung anregen. Selbsttötung darf aus unserer Sicht weder banalisiert noch heroisiert und schon gar nicht kommerzialisiert werden. Das Häutchen der Humanität ist dünn. Solidarität ist ein immer wieder neu zu erringendes und zu schützendes Gut einer Zivilgesellschaft.
Ruth Baumann-Hölzle, Institutsleiterin

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    Wie das aus­se­hen kann, zeigt ein Blick in die Ferien- und Ge­sund­heits­re­gion Un­ter­en­ga­din. Dort ar­bei­ten seit 13 Jah­ren wich­ti­ge Part­ner im Ge­sund­heits­we­sen unter dem Dach des «Ge­sund­heits­zen­trums Unterengadin» er­folg­reich zu­sam­men. Ein Mo­dell mit Vor­bild­cha­rak­ter.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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