TIF 62: Placebos in der Praxis (inkl. Gratis-Buch)

TIF 62: Placebos in der Praxis (inkl. Gratis-Buch)
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Beschreibung

Ausgabe 62 – Juli 2005

  • Für Einzelpersonen: CHF 36.00 (PDF-Version ist nicht zur Weiterverbreitung berechtigt)
  • Für Organisationen: CHF 98.00 (PDF-Version ist zur internen Weiterverbreitung berechtigt)

Die Vorstellung einer Einheit von Körper und Geist gibt es seit der Antike, und jeder Arzt und Pflegende, der praktisch tätig ist, weiss aus eigener Beobachtung, dass körperliche Gesundheit, Wohlbefinden und Psyche in enger wechsel­seitiger Beziehung stehen. Dennoch galt das Konzept der wechsel­seitigen Ver­knüpfungen zwischen den körperlichen Systemen des Menschen, seinem Erleben und Verhalten sowie seiner Umwelt lange als un­wissen­schaft­lich. Der bio­logische Effekt, der zum Bei­spiel Hoffnung auf einen Körper ausüben kann, kommt einem Placeboeffekt recht nahe. Es sind nicht zuletzt die zu­nehmenden Er­folge alternativ­medi­zi­nischer An­sätze, die die kontroverse medizinische Diskussion um den Placebo­effekt seit Jahren immer wieder aufs Neue ent­fachen. Was also ist ein Placebo genau? Eine Mogel­packung? Haben Placebos (nur) eine suggestive Wirkung? Ein Placebo ist ein Schein­medikament, das in seiner äusserlichen Form, in seinem Aussehen und Geschmack vom Original­arz­nei­mittel nicht zu unter­scheiden ist, aber, im Unterschied zu diesem, keinen Wirkstoff enthält. Zunehmende Bedeutung erlangten die Placebos bei der Erprobung neuer Arzneimittel in kontrollierten Studien. Dort wird in einem Blindversuch, die pharmakologische Wirkung eines Medikamentes von der möglichen Schein­wirkung des Präparates abgegrenzt: Die Versuchspersonen werden über die Art und die vermutete Wirkungs­weise des ver­ab­reichten Medikamentes nicht informiert, um Suggestions­effekte aus­zu­schalten. Auch in der gewöhnlichen klinischen Praxis kommen Placebos zum Einsatz: Häufig im Bereich der Schmerz­therapie oder in der Behandlung von Depressionen, wobei der Placebo­effekt nicht erklärt werden kann. In der Deklaration von Helsinki aus dem Jahr 2000 wird der Standard ärztlicher Ethik in Studien vorgegeben. Sie regelt unter anderem, unter welchen Bedingungen eine placebo­kontrollierte Studie durch­geführt werden darf, denn alle Patienten, einschliesslich derjenigen, die in der (Placebo-) Kontroll­gruppe sind, sollen die best­erprobte Behandlung erhalten. Bei der Erprobung neuer Medikamente oder Verfahren ist diese Vorgabe jedoch kaum durchführbar.

Der Informed Consent, ist ein Grundsatz ärztlicher Ethik. Er fordert die vollumfängliche Aufklärung des Patienten bezüglich seiner Krankheit und der anzuwendenden Therapien durch den Arzt. Darf dieser denn den Patienten mit einem Placebo «betrügen», um ihm Gutes zu Tun, um gesund­heitliche Schäden, etwa durch dauerhaft hohe Schmerz­mittel­gaben, von ihm abzuwenden?

Gilt für die Ausgaben Nr. 0 bis 93:

  • Für Einzelpersonen: Ein Exemplar des Buches «Gutes Leben – gutes Sterben» von Denise Battaglia und Ruth Baumann-Hölzle (Hrsg.) im Wert von CHF 34.– ist gratis inbegriffen.
  • Für Organisationen: Ein Exemplar des Buches «Ethikwissen für Fachpersonen» von Christof Arn und Tatjana Weidmann-Hügle (Hrsg.) im Wert von CHF 38.– ist gratis inbegriffen.

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«Sterben und Tod»

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Die neuen Bio­tech­no­lo­gi­en ha­ben tief­grei­fen­de Fra­gen zum Mensch­sein aus­ge­löst, wie die De­bat­ten um «unser» Men­schen­bild zei­gen. Wie wir mit mensch­li­chem Le­ben vor der Ge­burt oder mit Men­schen am Le­bens­ende um­ge­hen, be­rührt unser Selbst­ver­ständ­nis. Diese Di­lem­ma­ta ha­ben wir an die An­ge­wand­te Ethik de­le­gi­ert, die aber der an­thro­po­lo­gi­schen Fra­ge aus­weicht.

Die­ses Buch ver­sucht ent­lang der letz­ten 500 Jahre und ent­lang der wis­sen­schaft­li­chen Men­schen-Bil­der die Krise un­se­res heu­ti­gen Selbst­ver­ständ­nis­ses he­raus­zu­schä­len. Es zeigt sich, dass die wis­sen­schaft­liche An­thro­po­lo­gie seit Be­ginn von den Me­di­zi­nern be­stimmt und von der Technik ge­trie­ben wird – wie die An­ge­wandte Ethik heute.

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