TIF 65: Selbstschädigung (inkl. Buch «Gutes Leben – gutes Sterben»)

TIF 65: Selbstschädigung (inkl. Buch «Gutes Leben – gutes Sterben»)
CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Ausgabe 65 – Januar 2006

Zu den Freiheitsrechten unserer westlichen Demokratien gehört auch die Freiheit, sich selbst schädigen zu dürfen. Dort, wo die Verfügungsgewalt des Staates aufhört und die Eigenverantwortung des Bürgers beginnt, kann dieser etwa exzessiv rauchen, essen, Alkohol zu sich nehmen oder Hochrisikosportarten betreiben, ohne für die Folgen zur Rechenschaft gezogen zu werden, da die Bundesverfassung ein «Recht auf Selbstschädigung» einschliesst. Gleichwohl hat eben das Recht der Raucher in den vergangenen Jahren eine rasante Einschränkung zugunsten der Freiheitsrechte der Nichtraucher erfahren: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Passivrauchen das Risiko für Bronchialkrebs um den Faktor 1.3-2.0 erhöht und dass Dauer und Ausmass des Zigarettenkonsums das Lungenkrebsrisiko bestimmen. Zudem ist, statistisch gesehen, Lungenkrebs die häufigste Krebstodesursache bei Männern. Beim Rauchen mag die «Selbstschädigung» noch auf der Hand liegen. Aber wie sieht dies zum Beispiel bei Risikosportarten aus, die vielen Menschen ein positives Lebensgefühl vermitteln? Obwohl vorerst nur das «Selbst» im Zentrum einer «Schädigung» steht, zeigt nicht zuletzt der Suizid als radikalste Form der «Selbstschädigung», dass dieses Geschehen auch immer in einem gesellschaftlichen Kontext stattfindet. Der Grad der Selbstbeschädigung ist zudem immer unterschiedlich. Die sich langfristig daraus ergebenden Kosten und gesellschaftlichen Konsequenzen werden zunehmend im Gesundheitswesen, in der Politik und in der Bevölkerung diskutiert. Wer beurteilt, worin der Schaden besteht? Der Betroffene? Die Gesellschaft? Und wessen Rechte dürfen in der Konsequenz eingeschränkt werden?

In dieser Ausgabe möchten wir die vielschichtigen Zusammenhänge zum Thema «Selbstbeschädigung» aufzeigen und anschliessend die sich daraus ergebenden ethischen Fragen beleuchten.

Ein Exemplar des Buches «Gutes Leben – gutes Sterben» von Denise Battaglia und Ruth Baumann-Hölzle (Hrsg.) im Wert von CHF 34.– ist gratis inbegriffen.

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Thema im Fokus

  • «Wir wissen es nicht» – «dieses Ein­ge­ständ­nis habe ich bei so man­chen Ex­per­ten­aus­sa­gen ver­misst», sagt Pro­fes­sor Reto Sto­cker in seiner auf die ver­gan­ge­nen Mo­na­te be­zo­ge­nen Re­tro­spek­ti­ve als In­ten­siv­me­di­zi­ner (Sei­te 34). Viele Fra­gen rund um Co­vid-19 sei­en of­fen, weil For­schungs­re­sul­ta­te, er­mit­telt nach wis­sen­schaft­li­chen Kri­te­ri­en, schlicht noch nicht vor­lie­gen wür­den.

    Keine Ant­wor­ten auf bren­nen­de Fra­gen be­kom­men, da­mit müs­sen wir in die­ser Krise le­ben. Das heisst aber nicht, dass wir keine Fra­gen stel­len dür­fen, im Ge­gen­teil! Hin­schau­en, da­hin­ter schau­en – die­sem An­spruch wol­len wir in un­se­rer Juni-Aus­ga­be des Ma­ga­zins «Thema im Fokus» in­halt­lich ge­recht wer­den.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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