TIF 67: Konfliktfeld «sesam» (inkl. Buch «Gutes Leben – gutes Sterben»)

TIF 67: Konfliktfeld «sesam» (inkl. Buch «Gutes Leben – gutes Sterben»)
CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

Ausgabe 67 – Mai 2006

Psychische Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, werden gemäss den Prognosen der Weltgesundheitsorganisation in den kommenden Jahren eine immer grössere Belastung für das Wohlergehen des Einzelnen wie der Gesellschaft werden. Da diese komplexen Krankheitsbilder nur selten monokausal erklärt werden können, weiss man auch heute nur wenig über Ursachen und optimale Behandlungsformen. Entsprechend gibt es in der therapeutischen Praxis viele Unsicherheiten. Dazu kommt, dass sich die Forschungen im medizinisch-therapeutischen Bereich oft nur auf bestimmte Personengruppen beschränken – bekannt ist beispielsweise die gender-Problematik bei Medikamentenstudien, die oft nur an erwachsenen männlichen Probanden durchgeführt werden.

Diese beiden Problemaspekte nehmen sich die Initiatoren der sesam-Studie zum Anlass, mit einer gross angelegten Längsstudie mehr über die Ursachen von psychischen Erkrankungen bei Kindern herauszufinden. Fokussiert werden also Krankheitsbilder von gesellschaftlicher Relevanz an einer bisher eher schlecht untersuchten Gruppe. Diese «Swiss Etiological Study of Adjustment and Mental Health» mit dem suggestiven Kürzel «sesam» ist aber bereits vor ihrem eigentlichen Start auf heftige Opposition gestossen. Zum einen stelle die Studie einen falschen Ansatz für die Untersuchung psychischer Erkrankungen dar, wie die Gegnerschaft meint; zum anderen sei das Studienobjekt «Kind» grundsätzlich ethisch problematisch, da es sich um Forschung an Nichteinwilligungsfähigen handelt, die von der Studie zudem nicht profitieren würden. Ausserdem falle die Studie in einen rechtlich bisher ungenügend regulierten Bereich, so dass das Projekt zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bewilligt werden dürfe.

«Thema im Fokus» legt in dieser Sondernummer den Kern der Kontroverse offen und beleuchtet die aufgeworfenen ethischen Fragen, indem erstmals in einem Fachmedium Befürworter wie Gegnerschaft des Projektes ausführlich zu Wort kommen. Zu diesem Zweck werden die verschiedenen Rubriken für einmal anders gewichtet: Der Haupttext wird kurz gehalten und soll lediglich die wichtigsten Fakten des Projektes – soweit sie zum jetzigen Zeitpunkt bekannt sind – auflisten. Die inhaltlich kontroversen Aspekte werden in einem Doppel-Interview beleuchtet, bei dem Befürworter wie Opposition der Studie zu den gleichen Fragen Stellung beziehen. Beide Parteien erhielten die Fragen zugesandt und beantworteten diese schriftlich ohne Wissen über die Antworten der Gegenseite. Die Redaktion achtete darauf, dass die Antworten insgesamt den gleichen Umfang hatten. Im ethischen Kommentar werden lediglich die Kernelemente der ethischen Problematik herausgearbeitet. Die Besprechung des Fallbeispiels der letzten Nummer wird verschoben und die Rubrik «Wortklaubereien» entfällt für einmal.

Ein Exemplar des Buches «Gutes Leben – gutes Sterben» von Denise Battaglia und Ruth Baumann-Hölzle (Hrsg.) im Wert von CHF 34.– ist gratis inbegriffen.

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10. November 2020, 9.00 bis 16.00 Uhr, Seminar­raum

Die Ethik bietet in der Aus­ei­nan­der­setzung mit schwie­ri­gen Si­tu­a­ti­o­nen eine zu­sätz­li­che Per­spek­ti­ve zur eige­nen fach­li­chen. In die­sem ein­tä­gi­gen Kurs «Ba­sis­wis­sen prak­ti­sche Ethik» geht es da­rum, den Kurs­teil­neh­me­rin­nen und Kurs­teil­neh­mern ethi­sches Hand­werk­zeug mit­zu­ge­ben, Hand­werk­zeug, das ih­nen den Um­gang mit ethi­schen Fra­gen er­leich­tert.

Ethik-Foren-Treffen 2020

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Thema im Fokus

  • «Gentech-Babys zu er­schaf­fen, ist noch viel zu ris­kant» – unter die­sem Ti­tel hat die NZZ am 7. Sep­tem­ber 2020 einen Ar­ti­kel pu­bli­zi­ert, in dem vor Ein­grif­fen in die mensch­li­che Keim­bahn ge­warnt wird. Vor zwei Jah­ren hat die Welt scho­ckiert auf ein ent­spre­chen­des Vor­pre­schen des chi­ne­si­schen Bio­che­mi­kers He Jian­kui re­agiert.

    Die Ein­mi­schung in na­tur­ge­ge­be­ne Ge­stalt mensch­li­chen Le­bens ist eine Re­a­li­tät, in den meis­ten Fäl­len zum Woh­le der Mensch­heit. Und sie ist ein Ge­schäfts­mo­dell, das bei Frau­en, die ihren Kin­der­wunsch auf dem na­tür­li­chen Weg nicht er­fül­len kön­nen, be­son­ders ver­fängt.

    «Mensch­li­che Re­pro­duk­ti­ons­me­di­zin – vom in­ti­men Er­eig­nis zum zer­ti­fi­zier­ten Pro­duk­ti­ons­pro­zess», die­sem The­ma ist diese Aus­ga­be des Ma­ga­zins «The­ma im Fo­kus» ge­wid­met. Wir schau­en hin und wol­len wis­sen: Ist sie mehr Se­gen für alle jene Men­schen, die dank ihr Mut­ter, Va­ter, El­tern wer­den konn­ten? Oder Fluch für die frucht­los Zu­rück­ge­blie­be­nen? Ist sie aus der ge­sell­schaft­li­chen Per­spek­ti­ve Chance oder Ge­fahr?

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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