TIF 113: Reanimieren verboten?

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CHF 36.00 pro Stück

Beschreibung

«Ein Stempel als Lizenz zum Sterben», titelte die NZZ, als ein Stempel auf den Markt kam, mit dem Menschen auf ihrer Brust kundtun können, dass sie bei einem Herzstillstand nicht reanimiert werden wollen. Der Aufdruck «NO-CPR» hält rund drei Tage lang und muss regelmässig erneuert werden, soll die Anweisung längere Zeit gelten.

Der Stempel wirft viele ethische Fragen auf: Müssen Rettungssanitäter sich auch an die Anweisung auf der Brust halten, wenn sie keine entsprechende Patientenverfügung vorfinden? Oder ist der Stempel nur verbindlich zusammen mit einer Verfügung? Können Helfende, die trotz Stempel einen Patienten reanimieren, rechtlich belangt werden? Das Ethik-Forum des Kantons St. Gallen hat vor einem Jahr als eine der ersten kantonalen Institutionen die Empfehlung herausgegeben, dass der aufgedruckten Anweisung auch ohne Verfügung Folge zu leisten, ein Rettungsversuch also zu unterlassen sei. Dennoch findet die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann, dass man mit einem NO-CPR-Stempel eine Patientenverfügung bei sich tragen sollte.

Ein Merkmal auf dem Körper eines Menschen, das seinen Mitmenschen verbietet ihn zu retten, wirft nicht nur individualethische, sondern auch sozialethische Fragen auf. Was geschieht mit einer Gesellschaft, in der die Menschen ihren Mitmenschen mittels gedruckter Zeichen verbieten, ihr Leben zu retten? Könnte dies auf Dauer zu einer Gesellschaft führen, die sich das Helfen abgewöhnt? Anderseits: Jeder medizinische Eingriff gilt rechtlich als Körperverletzung, jeder hat das Recht, medizinische Eingriffe abzuwehren (Abwehrrecht). Ein Eingriff muss deshalb stets gerechtfertigt werden. Warum soll das Nein zu einer Reanimation in einer Patientenverfügung mehr Gewicht haben als das aufgedruckte Nein eines Stempels?

Dialog Ethik diskutiert seit längerem über die ethischen Konsequenzen eines solchen Stempels.

(CPR steht für: Cardio-Pulmonale Reanimation (Herz-Lungen-Wiederbelebung))

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Kurse und Events

Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen 2019

«Von der Information zum Dialog – mehr­di­men­si­o­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on in Spital und Heim»

Donners­tag, 28. No­vem­ber 2019
13.30 bis 17.00 Uhr (mit Apéro)
Kinder­spital Zürich

Das Jubiläums-Ethik-Foren-Treffen am Kinder­spital Zürich zu «20 Jahre Dialog Ethik» be­schäftigt sich mit den ver­schie­de­nen Fa­cet­ten des Ver­hält­nis­ses von In­for­ma­ti­on und Dialog in Spital und Heim.

Das Ethik-Foren-Treffen rich­tet sich an alle in Or­ga­ni­sa­ti­o­nen des Ge­sund­heits­we­sens tä­ti­gen Fach­per­so­nen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen fin­den Sie auf dieser Seite und diesem Flyer.

Anmeldung
Bitte sen­den Sie eine E-Mail an info@dialog-ethik.ch.

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Thema im Fokus

  • Wegen des Vor­schlags der eid­ge­nös­si­schen Volks­ini­ti­a­ti­ve «Or­gan­spen­de för­dern – Le­ben ret­ten» der Jeu­ne Chamb­re In­ter­na­ti­o­nale (JCI) für eine Ge­set­zes­än­de­rung ist die De­bat­te um die ge­setz­li­chen Richt­li­ni­en der Trans­plan­ta­ti­ons­me­di­zin, ge­nau­er der Or­gan­spen­de, wie­der ak­tu­ell. Ge­mäss der Ini­ti­a­ti­ve wür­den al­le Er­wach­se­nen, die die me­di­zi­ni­schen Kri­te­ri­en er­fül­len, zu Or­gan­spen­dern, wenn sie dem nicht zu Leb­zei­ten wi­der­spro­chen ha­ben.

     

    Die Zeitschrift Thema im Fokus rich­tet sich an Fach­per­so­nen aus dem Ge­sund­heits- und So­zial­we­sen und al­le an ethi­schen Fra­gen in un­se­rer Ge­sell­schaft In­te­res­sier­ten. Sie wid­met sich ethi­schen Fra­gen im Ge­sund­heits­we­sen und in der Zi­vil­ge­sell­schaft.

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Varia

Samstagsseminar 2019

«Mitten­drin, nicht nur dabei» (Theo­logisch-philo­sophische Über­legungen zu Würde und Empathie in Medizin und Pflege)

In wel­chem Ver­hält­nis ste­hen Men­schen­wür­de und Em­pa­thie? Und kann es sein, dass Wür­de nicht nur ein ethisch-phi­lo­so­phisch be­grün­de­tes Men­schen­recht ist, son­dern ein neu­ro­bio­lo­gisch ver­an­ker­ter in­ne­rer Kom­pass, der uns in die La­ge ver­setzt, uns als so­zi­a­le We­sen wahr­zu­neh­men, die durch Em­pa­thie und Mit­ge­fühl mit an­de­ren Ge­schöp­fen ver­bun­den sind?

Die­se und wei­tere Fra­gen wer­den an fünf Sams­ta­gen be­han­delt:

  • 26. Oktober 2019
  • 9., 23. und 30. November 2019
  • 14. Dezember 2019

Die­ses Se­mi­nar wird von Dr. theol. Claudia Mehl ge­lei­tet. Es ist für alle In­te­res­si­er­ten of­fen.

Wei­te­re In­for­ma­ti­o­nen und das An­mel­de­for­mu­lar fin­den Sie hier und auf dem Se­mi­nar­flyer.

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