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TIF 134: Un­sterb­lich wer­den – der Traum von der Selbst­op­ti­mie­rung des Men­schen

CHF 36.00

TIF 134: Un­sterb­lich wer­den – der Traum von der Selbst­op­ti­mie­rung des Men­schen

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Unter anderem, weil sie den Glau­ben an die Schaf­fung einer bes­se­ren Ge­sell­schaft ver­lo­ren zu ha­ben schei­nen und sich mit dem ge­sell­schaft­li­chen Status quo ab­ge­fun­den ha­ben, kon­zent­rie­ren sich heu­te vie­le Men­schen auf ihr ei­ge­nes Le­ben und sind be­strebt, ihre Leis­tungs­fähig­keit und Ef­fi­zienz zu ver­bes­sern. Dies ge­schieht an­ge­sichts eines ge­stie­ge­nen Kon­kur­renz­drucks in Wirt­schaft und Ge­sell­schaft oft auch nicht ganz frei­wil­lig.

Sich stän­dig ver­bes­sern zu wol­len, im Beruf, hin­sicht­lich Ge­sund­heit und Leis­tungs­fä­hig­keit, einer ef­fi­zien­ten Frei­zeit­ge­stal­tung, der Auf­gaben in der Fa­mi­lie usw., er­zeugt aber auch see­li­schen Druck auf die In­di­vi­duen. Und die da­mit ver­bun­de­ne star­ke Zu­wen­dung zum eige­nen Ich führt oft zu Ver­ein­sa­mung. Es leiden die Fä­hig­keit und die Mus­se, zur Aus­sen­welt er­fül­len­de Be­zie­hun­gen ein­zu­ge­hen – zu den Mit­men­schen, zur Na­tur, Ar­beit, Um­welt, Kunst, zu eige­nen geis­tigen Be­tä­ti­gun­gen – und von dieser auch Re­so­nanz zu er­hal­ten.

Es er­scheint be­mer­kens­wert, dass die ver­schie­de­nen Wis­sens­dis­zip­linen Theo­lo­gie, Psy­cho­lo­gie und So­zio­lo­gie in ihrer Ei­n­schät­zung der Selbst­op­ti­mie­rungs­be­mü­hun­gen weit­ge­hend über­ein­stim­men. Im Kon­t­rast zu ihrer Kri­tik da­ran scheint auch all das auf, was das Le­ben le­bens­wert macht. Dieses The­ma im Fo­kus wird da­mit un­ver­hofft auch zu einer Weih­nachts­aus­ga­be, in­dem es eben­so Ant­wort gibt auf die Fra­ge: Wo­rauf kommt es an, um ein glück­li­ches, er­füll­tes Le­ben füh­ren zu kön­nen?

Es wer­den heut­zu­ta­ge zur Er­hö­hung der mensch­li­chen Leis­tung auch tech­ni­sche Mit­tel ein­ge­setzt: bio­che­mi­sche, ge­ne­ti­sche, tech­no­lo­gi­sche. Letz­te­re im­plan­tiert man, z. B. als In­for­ma­tions­tech­no­lo­gie, in den mensch­li­chen Kör­per, wo­durch We­sen ent­ste­hen mit Fä­hig­kei­ten, die die eines nor­ma­len Men­schen bei wei­tem über­stei­gen. In um­ge­kehr­ter Blick­rich­tung er­scheint der nor­ma­le Mensch so als de­fi­zi­tär und die Schöp­fung als ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig – ein Stand­punkt, der tat­säch­lich ver­tre­ten wird.

Auch bei der Di­gi­ta­li­sie­rung, die un­se­re Zu­kunft be­stim­men soll, geht es darum, mit­hil­fe von Tech­no­lo­gie die mensch­liche Leis­tungs­fähig­keit zu ver­bes­sern. Da­bei stellt sich die Fra­ge: Zu wel­chem Nut­zen? Zur Leis­tungs- und Pro­fit­stei­ge­rung oder zu­guns­ten mensch­li­cher Wer­te wie z. B. Zu­frieden­heit, Freund­schaft, Wis­sen?

Die hier an­ge­spro­che­nen und vie­le wei­te­re Fra­gen wer­den in die­sem Thema im Fokus er­ör­tert. Wir wün­schen Ihnen eine an­re­gen­de Lek­tü­re.

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