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Projekt Pränataldiagnostik


Der Beratungsprozess in der Pränatalen Diagnostik – Seine Veränderung aufgrund einer Intervention und ihre Evaluation

Das Projekt dauerte von 2002 bis 2006 und beschreibt den Beratungs- und Entscheidfindungsprozess in der Pränatalen Diagnostik. Der Nutzen einer Intervention in diesen Beratungsprozess wird aufgezeigt. Die Studie beleuchtet zudem die Herausforderungen an Ärztinnen und Ärzte und ihre Patientinnen in diesem Prozess.
Der Schweizerische Nationalfonds unterstützte die Arbeit. Sie war eingebettet in das Projekt Genetik innerhalb des Nationalen Forschungsprogramms 51, mit dem Thema «Integration und Ausschluss».
Ein Gremium von Fachexperten entwickelte im Vorfeld zum Projekt einen Beratungsleitfaden. Dieser wurde mit einer zweitägigen Schulung bei Gynäkologinnen und Gynäkologen eingeführt und evaluiert.

Die Forschungsfrage war, ob sich die Beratung zur Pränatalen Diagnostik durch die Intervention verändern würde oder nicht. Das Ziel der Untersuchung war es, die Intervention, das heisst den Leitfaden und die Schulung, zu evaluieren und gegebenenfalls zu optimieren. Dazu wurden die psychologischen Prozesse des Beratens und Entscheidens dokumentiert.

Ein Mix an Erhebungsinstrumenten analysierte die Beratungssituation. Insgesamt involvierte das Projekt 31 Ärztinnen und Ärzte und dokumentierte und wertete knapp 200 Schwangerschaften aus. Die Evaluation bedient sich sowohl quantitativer wie auch qualitativer Erhebungsinstrumente.

Die Resultate zeigen, dass aufgrund der Interventionen standardisierter, aber nicht straffer beraten wird. Die Beratung unterstützt den Entscheidfindungsprozess besser. Auf die Entscheidsicherheit haben die Interventionen jedoch keinen Einfluss. Die Auswertung ergibt weiter, dass die Ärztinnen und Ärzte auf der fachlich-inhaltlichen Ebene sicherer geworden sind. Auf der emotionalen Ebene sind sie aber stärker verunsichert, da ihnen die Schulung die komplexe Problematik näher gebracht hat.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Arbeit den Beratungs- und den Entscheidfindungsprozess in der Pränatalen Diagnostik beschreibt und den Wert einer Intervention in diesen Beratungsprozess aufzeigt. Die Untersuchung beleuchtet zudem Herausforderungen, welche sich den in die Beratungs- und Entscheidfindungssituation involvierten Personen stellen.


Publikationen

Hürlimann, Denise C. & Baumann-Hölzle, Ruth. (2004). Beratung in der pränatalen Diagnostik: Eine Nationalfondsstudie über Entscheidunterstützungssysteme. Schweizerische Ärztezeitung. 85, 8, 407–411.

Hürlimann, Denise. (2006). Der Beratungsprozess in der Pränatalen Diagnostik. Zürich: Zentralstelle der Universität Zürich.

Hürlimann, Denise C. & Baumann-Hölzle, Ruth. (2006). Der Beratungsprozess in der Pränatalen Diagnostik. Schweizerische Ärztezeitung. 87, 22, 978–980.

Baumann-Hölzle, Ruth & Hürlimann, Denise. (2006). Der Erstrimester-Test: Persönliche Entscheidungshilfe oder Screeningtool der öffentlichen Gesundheitsvorsorge? Therapeutische Umschau, Band 63, Heft 11, 693–698.

Baumann-Hölzle, Ruth & Hürlimann, Denise. (wird im Januar 2007 veröffentlicht). Beratung bei vorgeburtlichen Untersuchungen als persönliche Entscheidungshilfe für die schwangere Frau. Schritte ins Offene


Kontakt

Denise Hürlimann, , Tel. 079 321 9992