TIF 118: Autonomie im Alter

CHF 33.33

TIF 118: Autonomie im Alter

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Art.-Nr.: 805d978173c8. Kategorien: , , .

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Die Autonomie gehört zu den zentralen Kategorien der modernen Ethik. Heute verstehen wir unter Autonomie vor allem das Recht auf individuelle Selbstbestimmung. Selbständig und selbstbestimmt leben wir aber immer nur mehr oder weniger. Wir sind auch auf unsere Mitmenschen angewiesen. Als Kind waren wir von unseren Eltern oder anderen Erwachsenen abhängig, wir brauchen Hilfe und Unterstützung, wenn wir krank, verletzt oder arbeitslos sind. Und im Alter, schreibt die österreichische Altenpflegerin und Philosophin Doris Pfabigan, „im Alter radikalisiert sich die Angewiesenheit auf andere“. Die Dezember-Ausgabe des Thema im Fokus widmet sich dem Thema Alter und Selbstbestimmung. Sie finden unter anderem einen Text über die Idee der Autonomie, ein Interview mit der Soziologin und Raumplanerin Joëlle Zimmerli über die Wohnbedürfnisse der Babyboomer-Generation sowie (am Schluss) eine Umfrage bei verschiedenen über 60-Jährigen: Sie erzählen, wie sie wohnen oder wohnen möchten. Der Respekt vor der Autonomie, also vor der Entscheidungsfreiheit und Selbstbestimmung der anvertrauten Person, gehört zu den wichtigsten ethischen Prinzipien bei der Behandlung und Betreuung von Patienten. Wichtig im Gesundheits- und Sozialwesen ist die Unterscheidung zwischen Abwehrrecht und Anspruchsrecht (Seite 4). Während in modernen Staaten das Recht, Therapien oder Massnahmen abzulehnen, einen hohen Stellenwert hat, sind die Rechte, die ich als Kranker oder Schwacher von der Gesellschaft in Bezug auf Hilfe und Unterstützung einfordern kann, wenig ausformuliert. Es braucht deshalb einen Diskurs über das Mass an Fürsorge für alte Menschen.