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TIF 5: Die Gentechnologie und der Stachel der Ambivalenz

CHF 36.00

TIF 5: Die Gentechnologie und der Stachel der Ambivalenz

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Die Versprechen hätten grösser nicht sein können, als am 26. Juni 2000 Vertreter der «Human Genom Organization (HUGO)» und der Privatfirma Celera Genomics zusammen mit Politikern vor die Öffentlichkeit traten, um zu verkünden, dass der genetische «Bauplan» des Menschen entschlüsselt worden sei. Laut Craig Venter, dem wissenschaftlichen Leiter von Celera Genomics, bestehe «zumindest die Möglichkeit, dass die Anzahl von Krebstoten noch zu unseren Lebzeiten auf Null reduziert werde.» Der Direktor des HUGO-Programms, Francis Collins, sieht einer ähnlich verheissungsvollen Zukunft für die Menschheit entgegen: Im Jahr 2040, so verkündete er in einem Interview, sollen für die meisten Krankheiten genetische Behandlungsmöglichkeiten bestehen und die durchschnittliche Lebenserwartung soll auf 90 Jahre geklettert sein. HUGO ist ein gigantisches internationales Projekt, das zum Ziel hat, das Genom des Menschen vollständig aufzuzeichnen.

Die neuen Kenntnisse über das menschliche Genom sind Ergebnisse der Grundlagenforschung. Als empirische Beschreibungen des menschlichen Genoms machen sie keine normativen Aussagen und entsprechend sind sie moralisch gesehen wertneutral. Ihre moralische Brisanz erhalten sie erst durch die daraus erwachsenden Anwendungsmöglichkeiten und ihren Einfluss auf das Menschenbild. Mit dem neuen Forschungsstand zum menschlichen Genom sind die Grundlagen für weitreichende genetische Diagnose-, Therapie- und Manipulationsmöglichkeiten am Menschen gelegt worden.

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