Forschungsangebot

Unsere Kompetenzen
Grundlage jeder Entscheidung, Veränderung und Verhandlung ist zu wissen, was Sache ist. Dialog Ethik bietet fundierte Recherchen, Forschungen, Evaluationen und Analysen zum Gesundheitswesen an – massgeschneidert auf Ihr Erkenntnisinteresse, Ihr Budget und Ihren Zeitplan.  Für unsere Dienstleistungen arbeiten wir mit erfahrenen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen, die über breite methodische und inhaltliche Kenntnisse verfügen.

Unsere Dienstleistungen
Möchten Sie eine Studie durchführen, für die Ihnen die Zeit und das Knowhow fehlen? Benötigen Sie für Ihr Projekt eine fundierte Literaturrecherche? Möchten Sie wissen, wie zufrieden die Mitarbeitenden in Ihrer Organisation sind? Sind Sie auf der Suche nach Qualitätskriterien, die Ihre Organisationskultur und Ihr Werteprofil widerspiegeln? Oder wünschen Sie sich ein Grundlagendossier zu einem ausgewählten Thema? Das alles und noch viel mehr können Sie bei uns in Auftrag geben. Unsere Dienstleistungen auf den drei Ebenen Individuum, Organisation und Gesellschaft umfassen Auftragsforschungen mit einem Schwerpunkt auf qualitative Methoden, quantitative Forschungsprojekte, Literaturrecherchen, Themendossiers, Evaluationen und Analysen, Werteprofile und Leitbilder und Instrumentenentwicklung.

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Kontakt:
Dr. phil. Andrea Abraham, Leitung Forschung
aabraham@dialog-ethik.ch
Tel. +41 (0)44 252 42 01

Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie – eine Evaluationsstudie mit Mixed Methods Ansatz

Behandlungsvereinbarungen in der Psychiatrie

Hintergrund der Studie

Vor dem Hintergrund des neuen Kinder- und Erwachsenenschutzrechtes (KESR) von 2013 wurden in vielen Psychiatrien die Patientenverfügung eingeführt oder neu überarbeitet. Die Luzerner Psychiatrie (lups) entschied sich gegen eine institutionalisierte Patientenverfügung und erneuerte stattdessen die schon vorhandene Behandlungsvereinbarung als internes Instrument des Shared Decision Making. Die neue Behandlungsvereinbarung kommt seit Januar 2014 zum Einsatz. Sie wird gemeinsam von urteilsfähigen PatientInnen und den Stationären Diensten der Luzerner Psychiatrie und/oder der ambulanten Nachsorge auf freiwilliger Basis erarbeitet und legt den Rahmen für eine Behandlung in einem urteilsunfähigen Zustand fest. Sie beinhaltet Regelungen bezüglich der Aufnahmen in die Klinik, der Hospitalisationszeit, sowie dem Nachsorgeplan. Ziele der Behandlungsvereinbarung sind einerseits die Erhöhung der Behandlungsqualität und die Vereinfachung von Prozessen wie Wiedereintritte und Übertritte in andere Organisationen, andererseits soll die Selbstbestimmung und Selbstständigkeit der PatientInnen gestärkt werden.

Die Studie wird im Auftrag der lups durchgeführt.

Ziele der Studie

Die Evaluationsstudie geht der Frage nach, wie die Behandlungsvereinbarung von den beteiligten und betroffenen Personen (Fachpersonal und PatientInnen) wahrgenommen und angewendet wird. Was sind aus deren Sicht Vor- und Nachteile? Der Fokus liegt auf dem Erstellungsprozess der Behandlungsvereinbarung, auf der Praktikabilität von Struktur und Inhalt und auf dem empfundenen Nutzen im Klinikalltag.

Die erhobenen Daten sollen ermöglichen, die Behandlungsvereinbarung hinsichtlich ihrer Ausrichtung auf die vorgesehenen Ziele zu evaluieren und bei Bedarf Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Vorgehensweise der Studie

In einer fokussierten Teilnehmenden Beobachtung und durch sondierende Gespräche werden der organisationsbedingte Kontext und erste Einschätzungen zur Behandlungsvereinbarung erhoben. Es werden die wichtigsten Diskussionsthemen, Prozesse und Abläufe im Zusammenhang mit der Behandlungsvereinbarung erfasst.

Durch einen quantitativen Online-Fragebogen wird eine Gesamtschau des Blickwinkels, den das Personal auf die Behandlungsvereinbarung hat, möglich. Zusätzlich zur Personalperspektive soll auch diejenige der PatientInnen eruiert werden. So können mögliche Problemfelder ergänzt und analysiert werden. Um diese Sichtweise abzufassen, werden semistrukturierte Interviews geführt.

Die Studie wird im Rahmen eines internen Schlussberichts und eines Fachartikels publiziert.

Projektdauer:

März 2016 – Juni 2017

Projektleitung:

Dr. des. Mirjam Mezger, Institut Dialog Ethik, mmezger@dialog-ethik.ch

Projektverantwortung:

Dr. phil. Andrea Abraham, Institut Dialog Ethik, aabraham@dialog-ethik.ch

Dr. med. Julius Kurmann, Luzerner Psychiatrie lups, Stationäre Dienste

Entscheidungsfindung und ethische Güterabwägung bei einer Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) – eine qualitative Studie zur Perspektive von Patientinnen und Patienten miteiner schweren Aortenklappenstenose

Studie TAVI

Patientinnen und Patienten mit einer verengten Aortenklappe (Aortenklappenstenose) leiden unter einer mit zunehmendem Alter häufig auftretenden, progressiv verlaufenden Krankheit. Infolge Verkalkung verengt sich die Aortenklappe und kann ihre Ventilfunktion nicht mehr effizient wahrnehmen. Die Prognose bei diagnostizierter Aortenklappenstenose ist mit einer hohen krankheitsbezogenen Sterblichkeitsrate verbunden. Bis vor wenigen Jahren war zur Behandlung der Aortenklappenstenose eine Operation am offenen Herzen (Sternotomie) unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erforderlich. Der chirurgische Eingriff ist für diese Patientengruppe körperlich belastend und es können postoperative Komplikationen auftreten. Als Alternative zum chirurgischen Eingriff wird seit wenigen Jahren ein neues, katheterbasiertes technisches Verfahren bei Patientinnen und Patienten mit deutlich erhöhtem Operationsrisiko oder Kontraindikationen angewendet, um die Aortenklappe ohne Eingriff am offenen Herzen zu ersetzen. Der Klappenersatz mittels Katheter kann ohne Vollnarkose und ohne Öffnung des Brustkorbes durchgeführt werden. Die Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) zur minimal-invasiven Behandlung einer verengten Aortenklappe wird heute bei betagten Hochrisikopatienten zunehmend bedeutsamer.

Projekt
Die qualitative Studie befragt im Auftrag der Klinik Hirslanden 30 betagte, durch funktionale Einschränkungen gekennzeichnete polymorbide Patientinnen und Patienten, die eine TAVI hinter sich haben, die sich gegen eine TAVI entschieden haben, oder die für eine TAVI aus medizinischen Gründen abgelehnt worden sind. Im Zentrum der Befragung stehen die getroffenen Entscheidungen, Bedürfnisse und Wünsche vor dem Hintergrund des persönlichen Werteprofils der Patientinnen und Patienten.

Kernfragen:

  • Wie erleben urteilsfähige Patientinnen und Patienten die Entscheidungsfindung und ethische Güterabwägung vor einer TAVI?
  • Was benötigen sie, um einen informierten, für sie guten Entscheid fällen zu können, der ihren Wertvorstellungen entspricht? Wie erleben sie den Eingriff? Wie ist für sie das Leben nach dem Eingriff? Wie sehen sie ihre Zukunft?
  • Wie erleben urteilsfähige Patientinnen und Patienten, durch funktionale Einschränkungen, Behinderungen und Komorbiditäten (frailty) gekennzeichnet, die Entscheidungsfindung und ethische Güterabwägung, die selbstgewählt oder durch den Entscheid des Kardiologen, der Kardiologin zu keinem minimalinvasiven Eingriff führt?
  • Was benötigen sie, um mit einem negativen TAVI Entscheid umgehen zu können und ihre Lebensplanung mit zunehmendem Hilfs- und Pflegebedarf, ohne chirurgische oder minimalinvasive Behandlungsmöglichkeiten der schweren Aortenstenose, angehen zu können? Wie sehen sie ihre Zukunft?

Die erhobenen Daten leisten einen Beitrag, um die Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten sowie die Übergangs- und Entscheidungssituationen dieser Patientengruppe enger zu verzahnen. Die Ergebnisse sollen die nötigen Informationen liefern, um urteilsfähige Patientinnen und Patienten bei den vielfältigen Anpassungsprozessen, die das Leben mit chronischem Kranksein aufwirft, gezielt unterstützen zu können.

Projektdauer:
Februar 2015 – April 2016

Projektverantwortung:
Prof. Dr. med. Reto Stocker, Klinik Hirslanden, Institut für Anästhesiologie und Intensivmedizin
Dr. phil. Andrea Abraham, Institut Dialog Ethik

Projektleitung:
Hildegard Huber, Pflegeexpertin Höfa II/FH/MAS, Institut Dialog Ethik
hhuber@dialog-ethik.ch
+41 (0)44 252 42 01

End-of-life decision-making in extremely preterm infants: a qualitative study on the parents’ perspective

End-of-life decision-making

Background

This SNF-funded research project is a follow up study of the two already running NFP67 projects «End-of-life decision-making in extremely preterm infants in Switzerland» and «Attitudes and values among health care providers, parents and society regarding end-of-life decision-making in extremely preterm infants in Switzerland». These research projects compare and analyse end-of-life decision-making (EOLD) in neonatal intensive care (NICU) and perinatal centers among health care providers with different cultural, social and religious backgrounds. The intermediate results of both research projects express an urgent need for complementing the running research projects with a qualitative study that focuses on parents’ perceptions, attitudes and values.

Aim

The qualitative follow-up study elaborates on the questions:

  • how parents have experienced the dying process of their child at the perinatal or neonatal stage;
  • how they perceived decision-making, communication, information and care in this process;
  • which aspects in terms of decision-making and support they found particularly helpful or challenging;
  • and what attitudes and values parents describe and attach importance to within the EOLD

Design

This research is conceptualised as a qualitative study which collects data by the way of in-depth interviews which allow parents to narrate the living and dying trajectory of their child. The convenience sample consists of parents whose infants were born alive at the University Hospital Zurich (USZ) in the years 2013-2015 and who either died in the delivery room, in the maternity ward, or in the NICU of the USZ. Additionally, professionals who are closely working with parents in these challenging moments are interviewed.

Duration

May 2015 – December 2016

 

Project lead: Dr. phil. Andrea Abraham, aabraham@dialog-ethik.ch

PhD student: Manya Hendriks, MSc, manya.hendriks@usz.ch

Project responsibility: Prof. Dr. Jean-Claude Fauchère, UniversitätsSpital Zürich, Klinik für Neonatologie

For more information also visit the NFP67 homepage www.nfp67.ch


Kindeswohl im Spital – eine Studie zur inhaltlichen Bestimmung des Kindeswohls vor dem Hintergrund der hochspezialisierten Medizin

Studie Kindeswohl im Spital

Hintergrund der Studie

In der Pädiatrie und Kinderchirurgie finden medizinische Entscheidungen oft in einem Spannungsfeld zwischen Interessen von Kindern oder Jugendlichen, ihren gesetzlichen Vertretern und den medizinischen Fachpersonen statt, und vor dem Hintergrund zunehmender medizinischer Möglichkeiten. Während für urteilsunfähige erwachsene Patienten Patientenverfügungen bei medizinischen Entscheidungen als Unterstützung und Handlungsanleitung gedacht sind, existieren keine handlungsleitenden Instrumente und Kriterien für Entscheidungssituationen bei urteilsunfähigen und urteilsfähigen Kindern und Jugendlichen: In der Praxis herrscht oft Unklarheit darüber, was zum Wohle des Kindes ist. Deshalb geht diese Studie der Frage nach, was ein bestimmtes Kind bzw. Jugendlicher in einer spezifischen Situation braucht, damit therapeutische Entscheidungen in seinem Interesse getroffen werden und es ihm im Spital gut geht.

Ziele der Studie

  • Kriterien für die Bestimmung des Kindeswohls im Einzelfall zu entwickeln, die bei diesen Entscheiden als Orientierung und Instrument für die gemeinsame Entscheidungsfindung dienen können.
  • Voraussetzungen (notwendige Strukturen, Prozessgestaltungen, Ressourcen, Leitbilder, Werte) in einem Kinderspital zu definieren, damit Entscheide entlang dieser Kriterien gefällt werden können.

Vorgehensweise der Studie

In diesem Sinne wird in der ersten Jahreshälfte 2014 mittels semistrukturierter Interviews und teilnehmender Beobachtung erforscht, was Kinder bzw. Jugendliche, ihre Eltern und Angehörige des Spitalpersonals unter dem Begriff Kindeswohl verstehen. Die Interviews orientieren sich an einem Leitfaden, der auf die jeweilige Zielgruppe (Kinder, Eltern, medizinisches und nichtmedizinisches Spitalpersonal) zugeschnitten wird. Zu den Themenblöcken der Interviews können gehören: Gesundheit und Wohlbefinden; Betreuung; Informationen; Selbstreflexion und Mitsprache; Sinne, Vorstellungskraft und Denken; Gefühle; Soziale Kontakte; Identität und Zugehörigkeit; Bezug zu Natur und Tierwelt; Spiel und Unterhaltung; Räume; Bildung; Ruhe und Erholung; Intim- und Privatsphäre; Leben und Sterben.

Projektdauer:
2013-2015

Projektverantwortung:
Dr. theol. Ruth Baumann-Hölzle
Dr. med. Georg Staubli
Marlis Pfändler, Pflegeexpertin

Projektleitung:
Dr. phil. Andrea Abraham, aabraham@dialog-ethik.ch

Publikationen:
Abraham A., Staubli G., Pfändler M. Baumann-Hölzle R. (2016): „Zaubersalbe“ und „Bobo“ am Herz: der Beitrag einer kindergerechten Kommunikation als Voraussetzung für die Partizipation kleiner Kinder im Spital. In: undKinder, Nr. 98, S. 65-73. (PDF-Download mit freundlicher Genehmigung vom Marie Meierhofer Institut für das Kind)

Schlussbericht zur Studie


Dieser Studienbericht kann kostenlos als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Eine gedruckte Version des Schlussberichtes kann über unseren Webshop bezogen werden.

Kommunale Altersstellen im Fokus ethischer Erwägungen – eine Studie zum «guten Handeln» bei Übergängen in der Versorgung fragiler alter Menschen

Studie Kommunale Altersstellen

Ausgangslage

Die steigende Zahl an pflegebedürftigen alten Menschen stellt das Gesundheits- und Sozialwesen auf allen Entscheidungs- und Handlungsebenen vor grosse Herausforderungen. Der Umgang mit Pflegebedürftigkeit ist geprägt von verschiedenen Normen und Werthaltungen, sei dies auf der Seite alter Menschen und ihrer Angehörigen, oder seitens des Gesundheitspersonals, der Pflegeinstitutionen und des Gesetzgebers. Hinzu kommt die zunehmende Ausrichtung der Leistungskataloge an WZW (wirtschaftlich – zweckmässig – effizient) Kriterien. Ökonomische Entscheidungs- und Handlungsparadigmen halten Einzug auch im Gesundheits- und Sozialwesen, was sich beispielsweise in den neu eingeführten Fallpauschalen und der damit einhergehenden vordefinierten Aufenthaltsdauer von PatientInnen im Spital widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund besteht die Gefahr, dass die individuellen Werthaltungen, Wünsche und Lebensbedingungen alter Menschen zunehmend weniger beachtet werden. Je komplexer ihre Situation (in medizinisch-pflegerischer, finanzieller, psychologischer, sozialer oder institutioneller Hinsicht) ist, desto komplizierter sind unter Umständen die Entscheidungsprozesse in diesen Phasen. Der Zeitdruck und die Vielfalt an Versorgungsangeboten überfordern viele alte Menschen und ihre Angehörigen und erschweren ihre Entscheide für das «wie weiter» bei Übergängen in die Pflegebedürftigkeit. Mit dem neuen Pflegegesetz (§7) wurden die Gemeinden damit beauftragt, Altersstellen zu schaffen, die alte Menschen und ihren Angehörigen mit Informationen und Beratung unterstützen. Bislang haben rund ein Drittel der Gemeinden im Kanton Zürich eine solche Altersstelle geschaffen. Die Altersstellen stellen einen Knotenpunkt in der ambulanten Versorgung alter Menschen dar, da sie die Mikro-, Meso- und Makro-Ebenen vernetzen. Sie werden besonders in Übergangs- und Krisensituationen, wo wichtige Entscheide anstehen und Fragilität und Pflegebedürftigkeit in einem bestimmten Normen- und Werterahmen verhandelt werden, benutzt.

Projekt

Es ist anzunehmen, dass Entscheidungsprozesse in Übergangsphasen oft in einem Spannungsfeld verschiedener Bedürfnisse, Machbarkeiten, Werte und Normen stattfinden . Dieses Spannungsfeld zeigt sich in der Fragilität besonders gut, weil diese geprägt ist vom komplexen und auch wechselhaften Übergang von Urteilsfähigkeit zu Urteilsunfähigkeit. Im vorliegenden Projekt soll deshalb untersucht werden, was es auf struktureller und institutioneller Ebene benötigt, damit fragile Menschen ihren Wertvorstellungen entsprechend unterstützt werden können, und wie Übergänge gestaltet werden müssen, damit das oben skizzierte Spannungsfeld den persönlichen Werten der Betroffenen Rechnung tragen kann. Die neu geschaffenen Altersstellen stellen einen Knotenpunkt dar, in welchem sich dieses Spannungsfeld besonders deutlich zeigt. Vor diesem Hintergrund interessieren wir uns im Rahmen dieses Projektes für die bisherige Praxis der bestehenden Altersstellen, deren Strukturen, Arbeitsweisen und Nutzung. Das Projekt setzt bei jenen Momenten ein, wenn alte Menschen oder deren Angehörigen sich bei den Altersstellen melden, weil «es nicht mehr geht». Dabei stehen vier Fragen im Zentrum:

  1. Wie wird Fragilität und Pflegebedürftigkeit definiert?
  2. Welche Bedürfnisse und Anliegen bestehen seitens der Ratsuchenden, und welche konkreten Unterstützungsangebote und Handlungsoptionen werden ihnen von den Altersstellen zur Verfügung gestellt?
  3. Auf welcher Grundlage kommen Entscheide zustande und wie wird das weitere Handeln in Bezug auf die Pflegebedürftigkeit begründet?
  4. Wo sehen die Altersstellen für sich selber Handlungs- und Unterstützungsbedarf, um adäquat auf die Anliegen der Ratsuchenden eingehen zu können?

Das Hauptziel des Projekts ist es, auf der Grundlage der Ist- und Bedarfsanalyse Angebote für die kommunalen Altersstellen zu entwickeln, diese in Pilotgemeinden zu erproben und auszuwerten.

Projektdauer:
2013 – 2015

Projektverantwortung:
Dr. theol. Ruth Baumann-Hölzle, rbaumann@dialog-ethik.ch 

Projektleitung:
Dr. phil. Andrea Abraham, aabraham@dialog-ethik.ch
Hildegard Huber, Pflegeexpertin Höfa II/FH/MAS, hhuber@dialog-ethik.ch

Publikationen:
Baumann-Hölzle, Ruth, Andrea Abraham und Hildegard Huber 2016: Kommunale Altersversorgung als menschengerechte Sorgekultur. Angewandte GERONTOLOGIE Appliquée 4(16): 28-29.

Abraham, Andrea, Hildegard Huber und Ruth Baumann-Hölzle 2015: Strukturelle Herausforderungen kommunaler Altersstellen in der Schweiz. Eine qualitative Studie mit ethischer Reflexion. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie, DOI 10.1007/s00391-015-0948-2.

Abraham, Andrea und Hildegard Huber 2014: Autonomes Wohnen: Was bedeutet das konkret? Thema im Fokus 118: 6-7.  Artikel

Die ganze Ausgabe zu Autonomie im Alter der Zeitschrift Thema im Fokus finden Sie in unserem Shop.

Schlussbericht zur Studie

Das PDF kann kostenlos heruntergeladen werden.

Eine gedruckte Version des Schlussberichtes kann über unseren Webshop bezogen werden.

Voluntary Stopping of Eating and Drinking (VSED) in Switzerland from different points of view

Voluntary Stopping of Eating and Drinking (VSED)

Background

Death-fasting or «Voluntary Stopping of Eating and Drinking» (VSED) represents an alternative to assisted suicide. Moral conflicts of medical and nursing professionals contribute to the unpopularity of VSED in the area of Palliative Care. There are no data available about VSED in Switzerland. The improper differentiation between different forms and manifestations like explicitly expressed VSED and the labelling of «food refusal» as an implicit behaviour of patients at the end of life are a current problem.

The University of Applied Sciences (FHS) St.Gallen is in charge as principal investigator. Dialog Ethik acts as a co-investigator in this project.

Aim

  • To research the prevalence and frequency of different types (implicit – explicit) of VSED in Switzerland, and to study the experiences, attitudes, handling and recommendations made by Palliative Care Experts, health-care workers in the Long-Term Care and GP’s.
  • To develop an evidence-based guideline about VSED, which afterwards experts will validate in Delphi-rounds.

Design

A guideline will be developed based on international guidelines (Appraisal of Guidelines for Research and Evaluation II [AGREE II]) and the Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation [GRADE] framework. Experts will validate the guideline in Delphi-rounds.

Numbers about the prevalence and frequency of VSED are to be recognized for the first time, demonstrating the practical relevance in Palliative Care, Long-Term Care, and Primary Care settings.

The guideline will establish a professional basis for dealing with implicit and explicit VSED and will guide decision-making processes. It will help patients, relatives and professionals in interdisciplinary teams to adequately deal with the phenomena.

Duration:
24 month

Project lead FHS:
André Fringer

Co-Investigator at Dialog Ethik:
Dr. des. Mirjam Mezger, mmezger@dialog-ethik.ch

Publications:
Fehn, S., Mezger, M., Büche, D., Schnepp, W. und Fringer, A. (2017): P02-056 Frequency and prevalence of Voluntary Stopping of Eating and Drinking (VSED) in Switzerland –  Development, testing and translation of a questionnaire. In EAPC 2017 – Progressing Palliative Care. Edited by Philip J. Larkin, Madrid (ESP). p. 120.

Vulnerable Gruppen und DRGs – eine qualitative Erhebung bei Hausärzten, Spitex und Heimen zur Situation von vulnerablen Patienten und den Auswirkungen der Einführung von Fallpauschalen

Studie Vulnerable Gruppen und DRGs

Das Institut Dialog Ethik führt in den Kantonen Zürich, Bern, Basel-Stadt und Baselland gemeinsam mit der gfs-Zürich eine qualitative Begleitforschung zur Einführung der DRGs durch. Es geht um die Fragen der Auswirkungen der DRGs auf Behandlung und Betreuung älterer Patienten vor und nach Spitalaufenthalt. Wie wirkt sich die Einführung der Fallkostenpauschalen auf die Behandlung der Hausärztinnen und Hausärzte aus, auf die Betreuung der Spitex sowie auf die Behandlung und Betreuung in den Alters- und Pflegeheimen? Welche Rolle spielen psychosoziale Faktoren bei Spitaleintritt und Spitalaustritt vor und nach der Einführung? Um die befürchteten und effektiven Auswirkungen zu erfassen, wird vor der Einführung des neuen Systems (2011) und nach der Einführung (2013) je eine qualitative Befragung der «zugewandten Dienste» (Hausärzte, Spitex, Heime) durchgeführt.

Projektdauer:
2011-2013

Projektverantwortung:
Dr. theol. Ruth Baumann-Hölzle, rbaumann@dialog-ethik.ch

Projektleitung:
Dr. phil. Andrea Abraham, aabraham@dialog-ethik.ch 

Publikationen:

  • Abele, M. und Blumenfeld, N. 2013: Vulnerable Gruppen und DRG. Schlussbericht einer qualitativen Erhebung bei Hausärzten, Spitex und Heimen zu den Auswirkungen durch die Einführung von Fallpauschalen mit speziellem Fokus auf vulnerable Patientengruppen. Zürich: gfs-zürich. Download
  • Breuer, Markus und Ruth Baumann-Hölzle 2012: Mögliche Auswirkungen der Einführung von DRGs auf vulnerable Patientengruppen. Schweizerische Ärztezeitung 93(1/2): 32-35.
  • Breuer, Markus, Ruth Baumann-Hölzle, Martin Abele, Nina Blumenfeld 2011: Vulnerable Gruppen und DRGs. Schlussbericht einer qualitativen Erhebung bei Hausärzten, Spitex und Heimen zur Situation von vulnerablen Patienten und den Auswirkungen der Einführung von Fallpauschalen. Zürich: Dialog Ethik und gfs zürich.